Mein Jahresrückblick: 2020 – Ein etwas anderes Jahr

2020 war kein einfaches Jahr – auch nicht für mich. Heute nehme ich dich mit auf meinen Jahresrückblick 2020:

2020 sollte mein bisher bestes Jahr werden – doch es kam ganz anders. Es ist der 31.12.2020 – nur noch wenige Stunden trennen mich vom neuen Jahr. Ich sitze in einem Strandcafé auf Maafushi, einer Insel auf den Malediven, wo letztes Jahr im Dezember alles begonnen hat.

Mein erster Urlaub auf den Malediven

Nach einem Jahr auf Weltreise und fast einem Jahr in Thailand kam ich im Dezember 2019 auf die Malediven, um dort Urlaub zu machen. Ich landete auf Maafushi, einer Einheimischen-Insel in der Nähe der Hauptstadt Malé. Ich verbrachte die Zeit mit Tauchen, Schnorcheln und Entspannen am Strand. Es gefiel mir gut und ich fand schnell Freunde auf der Insel.

Die Insel Maafushi im Süd Malé Atoll

Nach einer Woche auf den Malediven hatte ich einen Job in einem naheliegenden Resort ergattert – ganz spontan und unerwartet.

Arbeiten im Paradies

Im Januar begann ich im Gästemanagement des Resorts zu arbeiten – ich kümmerte mich um alle Anliegen der Gäste. Der Job machte mir sehr viel Spaß. Zum ersten Mal in meinem Leben hatte ich eine Arbeit gefunden, die mich richtig erfüllt. Ich war glücklich, wenn ich Gästen helfen konnte. Ganz im Gegenteil zu meinem bisherigen Bürojob, wo mir der Sinn in der Arbeit gefehlt hat.

Jeden Tag wachte ich im Paradies auf und konnte kaum glauben, was für ein Glück ich hatte. Ich arbeitete zwar deutlich mehr als in Deutschland, aber ich hatte Spaß, so dass es mir nicht wie harte Arbeit vorkam.

Das Resort, in dem ich arbeitete

Auch in meinem Privatleben passte alles. Ich hatte tolle Freunde gefunden und auch seit kurzem einen Partner an meiner Seite.

Corona – Das Virus, das alles zerstörte

Doch dann änderte sich alles – Schlag auf Schlag. Das Coronavirus verbreitete sich auf der Welt. Mitte März begannen bereits einige Länder ihre Grenzen zu schließen. Viele Hotelgäste mussten das Hotel fluchtartig verlassen. Es war klar, dass die Lage ernster war, als anfangs erwartet. Das Resort musste schließen, nachdem auch die Malediven die Einreise für Touristen gestoppt hatten.

Ende März hatte ich dann mehr oder weniger die Wahl: Sollte ich in dieser ungewissen Situation auf den Malediven bleiben? – Niemand wusste wie lange sich die Pandemie hinzieht. Ich war gefangen auf einer kleinen Insel, wo ich nicht viel machen konnte, in einem Land, wo die gesundheitliche Versorgung nicht optimal ist.

Oder sollte ich nach Deutschland zurück, bis sich die Lage beruhigte? In ein sicheres Land, mit optimaler Gesundheitsversorgung.

Eine schwere Entscheidung

Ich musste überstürzt eine Entscheidung treffen. Es befanden sich nur noch wenige Touristen im Land und die deutsche Bundesregierung bat einen Rückholflug an. Ich wusste, dass dies die wohl letzte Möglichkeit war nach Deutschland zurückzukehren und nicht für die nächsten Monate auf den Malediven festzusitzen.

Mein Partner wollte natürlich, dass ich bleibe und mit ihm bei seiner Familie im Haus wohne. Ich wollte unbedingt bleiben, aber es war auch schwer, nach so einer kurzen gemeinsamen Zeit eine Entscheidung zu treffen. Ich wusste ja damals nicht, wie lange die Situation andauert. Ich war skeptisch auf einer Einheimischen-Insel als einzige europäische Frau in einem muslimischen Land zu leben. Was wäre wenn es nicht gutgehen würde?

Ich war unter Druck, – der Rückholflug stand am nächsten Morgen an – Was sollte ich tun? Mein Verstand sagte mir „Geh nach Deutschland“, mein Herz sagte mir „Bleib auf den Malediven“.

Kurzerhand traf ich die Entscheidung. Es war die wohl vernünftigere Kopfentscheidung. Am nächsten Morgen flog ich nach Deutschland. Bereits im Flugzeug bereute ich die Entscheidung – todtraurig saß  ich auf meinem Sitz.

Zurück in Deutschland

In Deutschland freute ich mich natürlich erst einmal wieder meine Mutter und den Rest der Familie zu sehen. Als sich die Lage Ende April etwas entspannte traf ich mich auch wieder mit Freunden.

Zu dieser Zeit war ich noch sicher, im Juli wieder auf den Malediven zu sein – doch es kam anders. Die Pandemie zog sich deutlich länger hin als erwartet. Die Situation war ungewiss. Der Tourismus war eingebrochen – das Resort, schwer gezeichnet und im Minus.

In Deutschland hatte ich alles aufgegeben, bevor ich ins Ausland ging. Nun kam ich mit Anfang 30 wieder im Haus meiner Mutter unter. Die Situation war nicht einfach für mich. Ich wollte nicht einsehen, dass ich vielleicht nie wieder in meinen Job, den ich so sehr liebte, zurückkommen konnte. Es gab Tage an denen ich fast durchdrehte. Nachts konnte ich nicht schlafen, da ich einfach nicht zur Ruhe kommen konnte.

Irgendwann kam dann der Punkt, an dem ich wieder etwas positiver eingestellt war. Es war Sommer in Deutschland und ich fand etwas Lebensfreude wieder. Ich verbrachte viel Zeit in der Natur. Außerdem machte ich eine Weiterbildung, um mir ein zweites Standbein aufzubauen.

Sommer in Deutschland – meine Laune besserte sich

Die Gewissheit ist da

Mittlerweile ist es gewiss – ich habe meinen Job, den ich so geliebt habe verloren. Und auch die Beziehung hat Corona nicht überstanden.

Oft habe ich mich gefragt, ob es nicht besser gewesen wäre während dem Lockdown auf den Malediven zu bleiben. Aber nun weiß ich, dass meine Entscheidung zu gehen, zwar sehr wehtat, aber im Nachhinein besser war. In Deutschland war ich gut aufgehoben, wohingegen ich auf den Malediven „gefangen im Paradies“ gewesen wäre. 9 Monate hätte ich auf einer kleinen Insel verweilen müssen, wo ich nicht viel machen hätte können. Einige meiner Freunde blieben auf den Malediven und erzählten mir, dass es teilweise zu Versorgungsengpässen auf der Insel kam.

Eine neue Chance

Nun hat sich die Lage etwas entspannt – der Tourismus kommt wieder langsam in Fahrt – die Impfungen gegen das Coronavirus starten.

Ich bin wieder zuversichtlich und habe Hoffnung. 2020 war nicht wirklich zufriedenstellend für mich – aber 2021 kann nur besser werden. Aktuell befinde ich mich im Paradies und habe tolle Freunde hier. Und außerdem wartet auf der Insel ein neuer Job auf mich 🙂

So aussichtslos die Lage auch manchmal erscheint, es gibt immer ein Licht am Ende des Tunnels. Damit wünsche ich einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Mein künftiger Alltag auf den Malediven

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