Titicacasee – Bolivien vs. Peru

Meinen viereinhalbwöchigen Aufenthalt in Bolivien rundete ich mit einem Ausflug an den Titicacasee ab. Nach einer Übernachtung auf der Isla del Sol und einer Übernachtung in Copacabana machte ich mich auf den Weg nach Peru. Von der Stadt Puno startete ich eine Tour auf die schwimmenden Inseln Uros sowie die Inseln Amantani und Taquile.

Wie es dort war und wo es mir besser gefallen hat, erfährst du in diesem Artikel. 

Bolivien – Isla del Sol

Mein erstes Ziel am Titicacasee war die Isla del Sol. Um dort hinzukommen habe ich von Copacabana ein Boot genommen. (Boote fahren mehrmals täglich. Die Fahrt dauert zwei Stunden und kostet 20 Bolivianos, etwa 2,50 EUR).

Auf der Insel angekommen wurde ich direkt von zahlreichen Hostel-Besitzern angesprochen und gefragt, ob ich eine Unterkunft benötige. Da ich diesmal nicht im Voraus gebucht hatte, nahm ich das günstigste Angebot an. (Einzelzimmer für 50 Bolivianos, etwa 6 EUR)

Ankunft am Hafen der Isla del Sol

Dann ging es erstmal 20 Minuten den Berg hinauf. Ich hatte Glück, dass der Hostel-Besitzer meinen Backpack-Rucksack trug. (Ich würde dir unbedingt empfehlen nur mit Handgepäck zu reisen, wenn du auf die Isla del Sol fährst).

Da schon Nachmittag war, beschloss ich zum höchsten Punkt der Insel zu wandern, um von dort den Sonnenuntergang anzuschauen. Mit einem polnischen Pärchen machte ich mich auf den Weg. Unterwegs genossen wir die tolle Aussicht auf den Titicacasee.

beim Wandern auf der Isla del Sol

Wir wanderten etwa eine Stunde vom Hostel zum Aussichtspunkt und beobachteten mit einem Bier den unbeschreiblichen Sonnenuntergang über dem Titicacasee. Besonders fasziniert hat mich der Ausblick auf die Anden. Wir konnten auf den Hyuani Potosi und den Chacaltaya blicken. Die schneebedeckten Berge erstrahlten nach Sonnenuntergang in einem schönen Licht.

Sonnenuntergang auf der Isla del Sol

Kaum war die Sonne untergegangen wurde es dann auch ganz schnell sehr kalt – wirklich sehr kalt. Die Temperaturen kühlten bis auf 0 Grad ab. Schnell gingen wir zurück ins Dorf und suchten uns ein Restaurant zum Abendessen. Da ich gute Bewertungen gehört habe gingen wir ins Restaurant Inti Jalanta. Ich aß ein Menü, mit Suppe, Hauptspeise und Dessert und zahlte 30 Bolivianos, etwa 3,70 EUR.

Nach dem Abendessen versuchte ich zu schlafen. Leider waren es inzwischen Minusgrade, so dass ich mich mit allen Decken einhüllte, die ich hatte. Zum Glück hatte ich ein Zimmer mit zwei Betten, so dass ich auch noch die Decken des anderen Bettes benutzen konnte. Ansonsten wäre mir glaube ich viel zu kalt gewesen.

Am nächsten morgen wanderte ich dann zu den Inka-Ruinen, die etwa eine halbe Stunde vom Hostel entfernt lagen. Danach ließ ich meinen Ausflug auf die Isla del Sol gemütlich mit einem Coca-Mate bei traumhafter Aussicht ausklingen, bevor es dann zurück mit dem Boot nach Copacabana ging.

Die Inka-Ruinen
bei einem Mate die Aussicht genießen

Bolivien: Copacabana

Ich entschloss mich eine Nacht in Copacabana zu verbringen und am nächsten Tag den Bus nach Puno zu nehmen. Abends ging ich in einem der vielen Restaurants in Copacabana gut essen und am nächsten Tag schaute ich mir die Kathedrale an und schlenderte etwas über den Markt.

Am Hafen in Copacabana
Die Kathedrale in Copacabana

Peru: Puno

Nach einer etwa vierstündigen Busfahrt mit Grenzübergang, kam ich abends in Puno an. Am Terminal wurde ich direkt von einem Touranbieter angesprochen, ob ich denn nicht Lust hätte einen Ausflug auf die Inseln im Titicacasee zu machen. Ich hatte zwar schon die Isla del Sol besucht, wollte aber unbedingt noch auf die Uros Floating Islands, da ich davon schon viel gehört hatte.

Ich buchte spontan eine 2-tägige Insel-Tour mit Übernachtung in einer peruanischen Familie zu einem wirklich tollen Preis. Für die zweitägige Tour zahlte ich 90 Soles, umgerechnet 23,30 EUR, inklusive Bootsfahrt, aller Eintritte und Verpflegung.

Nach einer Übernachtung im Hotel Manco Kapac, indem ich für schlappe 4,40 ein wirklich gutes Einzelzimmer bekam, ging es dann morgens an den Hafen.

Peru: Uros Floating Islands

Vom Hafen in Puno fuhren wir mit unserer Gruppe etwa 30 Minuten auf die Uros – die schwimmenden Inseln.

Blick auf die Uros Floating Islands

Dort lernten wir einiges über das Leben auf den Uros und erfuhren, wie die Inseln gebaut werden, wie viele Personen auf einer Insel wohnen, wie der Alltag der Bewohner aussieht und vieles mehr.
Das ganze war sehr touristisch – die Bewohner zeigten uns ihre Häuser und baten uns Souvenirs zum Kauf an – dennoch fand ich es sehr interessant einen Einblick in das Leben der Bewohner zu bekommen. Wir konnten dann noch zu einem Preis von 10 Soles (etwa 2,60 EUR) mit einem Drachenboot fahren – dies habe ich aber nicht gemacht. Allerdings hatte ich das Gefühl etwas zur Unterstützung der Familien beizutragen, und kaufte spontan ein selbstgemachtes Mobile – als Andenken an den Titicacasee.

zwei Bewohnerinnen der Uros
mit süßen peruanischen Mädels

Nach der ersten schwimmenden Insel ging es dann noch auf eine zweite schwimmende Insel. Diese war aber hauptsächlich dazu da, um Souvenirs oder Snacks in einem Café zu kaufen. Auf dieser Insel bekamen wir gegen 1 Sole (30 Cent) einen Stempel in den Reisepass. Sehr tolle Idee – habe ich natürlich gemacht. Seit diesem Tag besitzt mein Reisepass ein Stempel mit der Bezeichnung „Titikaka- The Highest navigable lake on the world – Uros floating island)“.

Nach dem Besuch dieser Insel fuhren wir etwa 2,5 Stunden weiter über den Titicacasee. Die Bootsfahrt war sehr entspannend und ich konnte einiges an Sonne tanken – übrigens hatte ich am Titicacasee echt Glück mit dem Wetter. Vier Tage strahlender Sonnenschein – kaum eine Wolke am Himmel. Um die Mittagszeit erreichten wir dann die Insel Amantani, wo uns Gastfamilien empfingen.

Peru: Amantani

Ich hatte besonderes Glück und kam zusammen mit einem amerikanischen Mädchen zu Felicitas, einer wirklich herzlichen Gastmutter. Es gab direkt Mittagessen, eine leckere Quinoa-Suppe und Reis mit Käse und Gemüse.

mit meiner Gastmutter Felicitas

Am Nachmittag trafen wir uns wieder mit der Gruppe und gingen auf den höchsten Berg der Insel, um den Sonnenuntergang anzuschauen. Die Wanderung dauerte etwa eine Stunde und war etwas anstrengend, da es steil bergauf ging.

Wandern auf Amantani

Die Anstrengung hat sich aber gelohnt. Wir setzten uns auf Felsen und genossen den traumhaften Sonnenuntergang. Der Sonnenuntergang war sogar noch einen Tick schöner als der auf der Isla del Sol.

Sonnenuntergang über dem Titicacasee
Sonnenuntergang über dem Titicacasee

Nachdem die Sonne unterging, wanderten wir wieder zurück, wo uns unsere Gastmütter empfingen. Nach dem leckeren Abendessen ging es dann zusammen mit der Gruppe in eine Art „Gemeindehaus“, wo eine Tanz-Veranstaltung stattfand.

Wir tanzten mit den Einwohnern zu typischer peruanischer Musik – außerdem trugen wir die traditionellen peruanischen Kleider –Mir hat das ganze sehr gut gefallen, da ich noch nie so ein Kleid getragen hatte.

in meinem peruanischen Kleid

Nach einer Nacht, in der ich relativ gut schlafen konnte (es war etwas wärmer als auf der Isla del Sol) ging es am nächsten Morgen mit dem Boot auf die Insel Taquile.

Peru: Taquile

Hier wanderten wir etwa 45 Minuten zum Plaza Principal und gingen anschließend bei einer Familie in einem Haus zu Mittag essen. Hier erfuhren wir einiges über die typischen Accessoires in Peru, wie Mützen, Gürtel usw.

Taquile war landschaftlich auch schön. Im Gegensatz zu den anderen Inseln, hat mich diese Insel aber etwas enttäuscht, da wir hier nicht wirklich viel unternommen hatten. Ich hatte eher das Gefühl, dass erwartet wurde, dass wir die Familien auf der Insel wieder durch den Kauf von Souvenirs, Essen usw. unterstützen sollten.

auf der Insel Taquile

Mittags ging es dann zurück nach Puno. Nach etwa drei Stunden Bootsfart erreichten wir den Hafen. Ein toller Ausflug war zu Ende.

Bolivien vs. Peru. : Wo hat es mir besser gefallen?

Sowohl der bolivianische Teil des Titicacasees als auch der peruanische Teil hat mir sehr gut gefallen. Die Isla del Sol in Bolivien war landschaftlich traumhaft. Es gibt einige Wanderwege, die man entlang laufen kann und ein paar Sehenswürdigkeiten, wie z. B. die Inka-Ruinen. Außerdem kann man die tolle Aussicht von einem der vielen Restaurants und Cafés genießen – viele Cafés sind mit Liegestühlen ausgestattet, so dass man ordentlich Sonne tanken kann.

Wlan gab es im Hostel und in ein paar Restaurants. Die Isla del Sol war etwas teurer als in anderen Teilen von Bolivien, ich fand es aber dennoch sehr preisgünstig.

In Peru konnte ich mehr über das Leben auf der Insel und den Alltag der Bewohner lernen. Auch die Übernachtung in einer peruanischen Familie hat mir sehr viel gebracht. Die Familie lebt sehr einfach, ohne Fernseher, Handy, Wlan usw. – ich hatte aber den Eindruck, dass sie wesentlich glücklicher als manche Menschen in Deutschland sind.

Ich habe mich bei der Familie sehr wohl gefühlt, obwohl die Unterkunft sehr einfach war. Ich benötige keinen großen Luxus, aber trotzdem habe ich nach diesem Aufenthalt noch mehr geschätzt, was ich habe und wie gut es mir eigentlich geht. Vermeintlich selbstverständliche Dinge, wie z. B. eine Toilettenspülung oder ein Waschbecken existierten nicht. Stattdessen mussten wir dort mit „Wasserkanistern“ auskommen.

Mir hat es in Peru etwas besser gefallen, da ich dort mehr über die Kultur lernen konnte und die Leute um einiges herzlicher waren als in Bolivien. Die Übernachtung in der Gastfamilie war eine wirklich tolle Erfahrung, an die ich mich immer zurück erinnern werde und für die ich immer dankbar sein werde.

Warst du auch schon am Titicacasee? Welche Erfahrungen hast du gemacht? Hinterlasse mir gerne einen Kommentar. 

 

 

 

 

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