La Fortuna – Arenal, Canopy, heiße Quellen und mehr

Von meiner Zeit in Costa Rica habe ich bereits in einigen Beiträgen berichtet. Während meines vierwöchigen Aufenthaltes verbrachte ich unter anderem zwei Tage in La Fortuna. Heute möchte ich dir zeigen, was ich in der kleinen Stadt am Fuße des Vulkans Arenal erlebt habe und dir ein paar Tipps für La Fortuna geben.

Nach zwei Wochen Freiwilligenarbeit in der Tierauffangstation Paraíso Carlisa brauchte ich ein paar Tage Auszeit und reiste durch das Land. Der Weg führte mich zunächst nach Santa Elena in die Nebelwaldregion Monteverde und anschließend nach La Fortuna.

La Fortuna – die Kleinstadt am Fuße des Arenal

La Fortuna hat 10.000 Einwohner und liegt etwa sechs Kilometer östlich des Arenal Vulkans. Aufgrund der Nähe zum Arenal und dem Vulkan Cerro Chato und vielen weiteren Attraktionen, wie heißen Quellen, zählt La Fortuna heute zu den beliebtesten Touristenzielen in Costa Rica. La Fortuna bedeutet „das Glück“  und macht diesem Namen wirklich alle Ehre, da es für jeden etwas zu bieten hat.

Die Kleinstadt La Fortuna – zu sehen der Parque La Fortuna – leider ist der Arenal hier von einer Wolkenschicht bedeckt

Meine Unterkunft in La Fortuna

Für meinen Aufenthalt in La Fortuna war mir wichtig, günstig und im Zentrum der Stadt zu wohnen. Ich entschied mich für das Arenal Hostel Resort, da es für mich das beste Preis-Leistungsverhältnis bot. Für zwei Übernachtungen in einem Schlafsaal für Frauen zahlte ich 20 Euro.
Mit der Unterkunft war ich sehr zufrieden und kann sie uneingeschränkt weiterempfehlen. Ich fühlte mich nicht wirklich wie in einem Hostel, sondern eher wie in einem kleinen Ferienresort.
Das Hostel ist schön angelegt. Es verfügt über eine Gartenanlage mit vielen Hängematten und einem Pool mit Bar. Außerdem gibt es im Arenal Hostel Resort einen Tourenschalter, bei dem ich bequem meine Ausflüge buchen konnte. Positiv fand ich auch die nette Begrüßung mit einem Welcome-Cocktail und das Frühstücksbuffet, das für sieben Dollar angeboten wird.

Im Arenal Hostel Resort – zu sehen die schöne Gartenanlage mit Hängematten

Meine Erlebnisse in La Fortuna

In La Fortuna und Umgebung gibt es sehr viel zu entdecken. Da sind zwei Tage schon sehr knapp bemessen. Aufgrund meiner Freiwilligenarbeit in der Tierauffangstation war es für mich aber leider nicht möglich länger zu bleiben. Meine Zeit in La Fortuna schöpfte ich allerdings mit folgenden Aktivitäten voll aus:

1) Ausflug zum Arenal

Zunächst einmal die Hauptattraktion, weswegen sicherlich die meisten Touristen nach la Fortuna kommen: der Vulkan Arenal. Er ist einer von sieben Vulkanen in Costa Rica, 1.670 Meter hoch und noch aktiv – 1968 brach er zum letzten Mal aus.

Blick auf den Vulkan Arenal

Im Gegensatz zu vielen anderen Vulkanen kann man den Arenal nicht besteigen. Es ist zu gefährlich, da toxische Gase aus dem Krater austreten und auch Schlammlawinen auftreten können.
Trotzdem wollte ich so nah wie möglich an den Vulkan herankommen. Eine ideale Lösung ist hier die Arenal Observatory Lodge, zu der ich einen Ausflug buchte. Die Lodge befindet sich genau zwischen dem Arenal und dem Arenal-See und ist 2,7 Kilometer von der Südseite des Vulkans entfernt.
Bei gutem Wetter hast du von der Aussichtsplattform einen tollen Blick auf den Arenal und den Arenal-See. Bei meinem Besuch war es sehr wolkig, aber trotzdem hat es sich gelohnt.

Die Aussicht von der Arenal Observatory Lodge – im Hintergrund ist der Arenal-See zu sehen

Von der Aussichtsplattform der Arenal Observatory Lodge erlebte ich an diesem Tag einen der schönsten Sonnenuntergänge, die ich je gesehen habe. Der Himmel färbte sich orange, violett und dunkelblau und die Wolken sorgten für ein tolles Wolkenspiel über dem Arenal-See. Der Anblick war traumhaft. Leider kommt dies auf den Bildern nicht ganz so schön rüber, wie es in Wirklichkeit war.

Die Aussicht von der Arenal Observatory Lodge -Der Sonnenuntergang beginnt

Die Sonne verschwand immer weiter hinter dem Horizont und dem Arenal-See, bis es auf einmal völlig dunkel war. Der Besuch der Arenal Observatory Lodge hat sich in jedem Fall gelohnt.

Die Aussicht von der Arenal Observatory Lodge – Das Ende des Sonnenuntergangs

2) Erkundungstour durch die Flora und Fauna

Im Nationalpark Manuel Antonio und auch im Nebelwald Santa Elena hatte ich bereits einiges von der Pflanzen- und Tierwelt in Costa gesehen, allerdings noch nicht an einer geführten Tour teilgenommen. In La Fortuna buchte ich nun eine Tour, da ich besonders neugierig auf den für Costa Rica typischen Rotaugenlaubfrosch war und eine Begegnung mit diesem Frosch als Bestandteil der Tour angepriesen wurde.
Die Erkundungstour fand im privaten Naturschutzgebiet, das zur Arenal Observatory Lodge gehört und etwa 350 Hektar groß ist, statt.

Wir liefen zunächst an schönen Gartenanlagen und Feldern mit Kühen vorbei. Nach einiger Zeit kamen wir in den Regenwald und beobachteten die Natur. Unser Guide zeigte uns verschiedene Pflanzen und Insekten und informierte uns über Besonderheiten. Unter den zahlreichen Pflanzen waren ein paar wirklich tolle Fotomotive dabei.

Eine schöne Pflanze – Costa Rica hat eine beeindruckende Flora zu bieten

Während der Tour haben wir außerdem Truthahngeier oder Waschbären gesehen, die den Weg kreuzten. Neben diesen Tieren gibt es im privaten Naturschutzgebiet auch Faultiere, Schlangen, mehr als 426 verschiedene Vogelarten und noch viele weitere Lebewesen.

Nach einiger Zeit war es soweit: Der Guide zeigte uns einen grünen unscheinbaren Frosch, der auf einem Blatt saß. Das soll der Grünaugenlaubfrosch sein? Nie im Leben dachte ich und war etwas enttäuscht.

Der bekannte Grünaugenlaubfrosch – unscheinbar sitzt er auf einem Blatt

Dann befeuchtete der Guide den Frosch allerdings mit etwas Wasser – und siehe da – das meistfotografierste Tier von ganz Costa Rica kam zum Vorschein. Die Augen, die im letzten Bild noch geschlossen waren, waren nun weit aufgerissen. Neben den roten Glubschaugen zeigte der Frosch auch seine orangefarbenen Greiffinger. Ein toller Anblick! Ich bin wirklich glücklich, dass ich diesen Frosch gesehen habe und Gelegenheit hatte, ein Foto aus solch geringer Entfernung zu machen.

Der bekannte Grünaugenlaubfrosch – nun zeigt er sich in seiner wahren Pracht

Nach diesem besonderen Erlebnis ging es weiter durch den Regenwald, wo wir nun an einigen Hängebrücken vorbei kamen und auch hier die Chance nutzten, ein paar tolle Erinnerungsfotos zu machen.

Hängebrücke im Privatreservat der Arenal Observatory Lodge

Nach den Hängebrücken wartete ein weiteres Highlight auf uns: Ein sechs Meter hoher Wasserfall, den wir nach einem steilen Abhang erreichten.

Vor dem Wasserfall im privaten Naturschutzgebiet

Mit dem Wasserfall hatten wir das Ende der Tour erreicht und liefen wieder zurück zur Arenal Observatory Lodge.

3) Canopy-Tour

Schon oft habe ich von Canopy, Ziplining oder Flying Fox gehört und wollte es unbedingt mal ausprobieren. Die Seilrutschen sind mittlerweile auf der ganzen Welt verbreitet und auch in La Fortuna gibt es einige Anbieter. Jetzt war die Gelegenheit gekommen: Direkt in meinem Hostel buchte ich eine Canopy-Tour beim Anbieter Los Cañones.
15 Seile mit einer Gesamtlänge von drei Kilometern erwarteten mich.
Ich war etwas aufgeregt, da ich das noch nie gemacht hatte. Aber schnell wurde aus Aufregung Spaß. In 20 bis 60 Meter Höhe sauste ich durch den Regenwald von Baum zu Baum. Die Seile waren zwischen 50 und 500 Meter lang und unterschiedlich steil. Ich hatte wirklich sehr viel Spaß dabei und genoss es, völlig frei durch die Landschaft zu fliegen.
Zum Schluss wartete dann noch ein ganz besonderer Adrenalinkick auf mich: Der Tarzansprung. Aus 30 Metern Höhe sollte ich von einer Plattform am Baum in die Tiefe springen. Trotz umfangreicher Sicherung war mir etwas mulmig zumute, denn als Kind stürzte ich beim Klettern aus drei Metern Höhe, weil ich nicht richtig gesichert wurde. Das mulmige Gefühl überwand ich dann allerdings recht schnell und sprang. Es war einfach unbeschreiblich ins Leere zu springen und anschließend am Seil durch den Dschungel zu schwingen.

Beim Baumeln durch den Regenwald nach meinem Tarzansprung

Ich fühlte mich wirklich wie Tarzan und war sehr glücklich, dass ich mich getraut hatte – mein absolutes Highlight der Canopy-Tour.

Glücklich über meinen Tarzansprung

4) Ein Besuch der heißen Quellen

La Fortuna ist bekannt für seine vielen heißen Quellen in der Umgebung. Am bekanntesten sind wohl die heißen Quellen von Tabacón. Der Fluss Tabacón, der durch die vulkanische Aktivität aufgeheizt ist, durchfließt in einer tropischen Gartenanlage künstlich angelegte Becken, die zur Entspannung einladen.

Ich besuchte ein weniger bekanntes Thermalbad – die heißen Quellen im Los Lagos Hotel Resort & Spa. Im Resort gibt es fünf Thermalpools, zwei Swimming-Pools und drei Rutschen.

Im Los Lagos Hotel Resort & Spa

Ich genoss es sehr in den warmen Becken zu schwimmen oder im Whirlpool zu sitzen und einfach nur zu entspannen.
Aus einigen Becken hatte ich einen tollen Blick auf den Arenal und die schönen, bunten Pflanzen in der Umgebung.

Entspannen im Whirlpool in den heißen Quellen des Los Lagos Hotel Resort & Spa

Die Hotelanlage bietet nicht nur heiße Quellen, sondern außerdem ein paar Gehege, in denen verschiedene Tiere untergebracht sind. Dabei waren z. B. Krokodile, Schmetterlinge und Vögel, die ich mir nach dem Baden im Thermalbad anschaute.

Ein Krokodil in einem Gehege im Los Lagos Hotel Resort & Spa

Kosten der Aktivitäten

Nun, was haben mich meine Aktivitäten gekostet?
Der Besuch der Arenal Observatory Lodge und die anschließende Erkundung der Flora und Fauna im privaten Naturschutzgebiet buchte ich in einer Kombinationstour. Diese kostete mich 38 Dollar.
Die heißen Quellen im Los Lagos Hotel Resort & Spa kosten normalerweise 15 Dollar Eintritt. Bei mir war der Eintritt allerdings in der gebuchten Canopy-Tour inklusive. Für die Canopy-Tour und die Thermalquellen zahlte ich 55 Dollar.
Der Transfer von der Unterkunft und wieder zurück war in beiden Touren enthalten. Es hört sich vielleicht etwas teuer an, aber ich finde die Preise dennoch fair, wenn man bedenkt, was ich alles erlebt habe.

Weitere Tipps

Neben den Aktivitäten, die ich in La Fortuna unternommen habe, gibt es natürlich noch weitere Dinge, die du dort erleben kannst. Da wären z. B.:

Der Vulkan Cerro Chato
Der Vulkan Cerro Chato liegt neben dem Arenal und weist keine vulkanische Aktivität mehr auf. Er kann im Gegensatz zum Arenal bestiegen werden – Touren gibt es von vielen Anbietern ab ca. 55 Dollar. Ausgangspunkt ist hier meistens die Arenal Observatory Lodge. Von dort geht es an Viehweiden vorbei und anschließend auf einem steilen Pfad  durch den Regenwald. Insgesamt sind es 500 Höhenmeter, die es zu bewältigen gilt. Oben angekommen kannst du die Aussicht genießen und im See des Hauptkraters baden.
Da ich in meinem letzten Urlaub auf Bali erst eine Vulkanbesteigung gemacht habe, habe ich darauf verzichtet, eine Hiking-Tour zu buchen. Sie wurde mir allerdings von vielen anderen Reisenden, die ich in La Fortuna getroffen habe, empfohlen.

Der Wasserfall von La Fortuna
Der Wasserfall liegt etwa fünf Kilometer südlich von La Fortuna am Fuße des Vulkans Cerro Chato. Er ist etwa 70 Meter hoch. Der Abstieg zum Wasserfall erfolgt über eine steilen Weg durch den Regenwald und dauert etwa eine Stunde.
Leider kann der Wasserfall nicht kostenlos besichtigt werden und kostet 15 Dollar Eintritt. Außerdem gibt es geführte Touren zum Wasserfall, wie etwa eine Pferdetour von La Fortuna.

Der Arenal-See
Nur wenige Kilometer von La Fortuna entfernt liegt der Arenal-See. Er ist der größte Binnensee in Costa Rica und entstand im Jahr 1979. Der Stausee wird zur Energieversorgung verwendet – etwa 75 % des Strombedarfs in Costa Rica werden in den Turbinen des Staudamms gewonnen.
Auf dem Arenal-See kannst du verschiedene Aktivitäten unternehmen und z. B. Kayak oder Kanu fahren aber auch Stand-Up Paddling machen. Die Preise fangen hier bei etwa 65 Dollar an. Außerdem werden geführte Mountainbike-Touren um den See ab 50 Dollar angeboten.
Es gibt aber auch die Möglichkeit eine Bootstour auf dem See zu buchen.
Bei meiner Aneise nach La Fortuna überquerte ich den Arenal-See mit einem Boot. Mehr dazu findest du hier.

Der Río Celeste
Nicht in der näheren Umgebung sondern etwas weiter entfernt von La Fortuna (ca. 1,5 Stunden Fahrt), liegt der Río Celeste.
Der Río Celeste ist ein Fluss, der aufgrund einer chemischen Reaktion türkis-blau gefärbt ist. Ein wahres Naturschauspiel, was du dir nicht entgehen lassen solltest. Bilder und Impressionen vom Río Celeste findest du hier.

Mein Fazit zu La Fortuna

In La Fortuna wimmelt es von Touristen – das stimmt. Der Vulkan Arenal lockt als Hauptattraktion viele Besucher an. Im Zentrum der Stadt gibt es an jeder Ecke einen Tourenschalter und die Auswahl an angebotenen Touren ist groß. Als ich ankam, wurde ich mit Angeboten regelrecht überflutet.

In La Fortuna habe ich mich dennoch sehr wohl gefühlt. Die kleine Stadt hat sehr viel Charme, ein schönes Zentrum rund um den Parque La Fortuna und bietet außerdem einen tollen Ausblick auf den Arenal. Der Vulkan ist zwar oft von einer Wolkenschicht umhüllt, trotzdem ist die Kulisse einfach traumhaft.
Im Zentrum gibt es eine große Auswahl an Unterkünften, Restaurants aber auch Bars und Clubs. Hier ist in jeder Preisklasse etwas dabei. Du kannst durchaus preiswert essen.
Ich habe in La Fortuna sehr viel erlebt, war in einem guten Hostel untergebracht und habe dort nette Menschen kennengelernt und neue Freunde gefunden. Ich wäre gerne länger geblieben und würde auch dir empfehlen, mindestens drei volle Tage dort zu verbringen. Für mich ist La Fortuna der schönste Ort, den ich in Costa Rica besucht habe.

Warst du auch schon in La Fortuna? Welche Aktivitäten hast du dort unternommen? Oder planst du dort hinzufahren? Wenn ja, welche Dinge möchtest du dort gerne machen? Ich freue mich über weitere Tipps für die Kleinstadt am Arenal.

 

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