Original Sacher-Torte, Eduard Sacher-Torte oder doch Imperial Torte? Mein Torten-Test in Wien

Welche Torte ist die Beste? Die Original Sacher-Torte des Hotels Sacher, die Eduard Sacher-Torte aus dem Hause Demel oder doch die Imperial Torte des Hotels Imperial? Als ich Ende August in Wien war, worüber ich dir hier berichtet habe, habe ich einen Torten-Test gemacht und die drei Leckereien getestet. Erfahre hier, welche mir am besten geschmeckt hat.

Sachertorte – die leckere Versuchung aus Wien

Von der Sachertorte hat jeder schon gehört – sie gehört zu den berühmtesten Spezialitäten Wiens und ist auf der ganzen Welt bekannt.
Bei der Sachertorte handelt es sich um eine Schokoladentorte, die mit Marillenmarmelade gefüllt und von einer Schokoladenglasur umhüllt ist.
Laut dem österreichischen Lebensmittelbuch besteht eine Sachertorte aus Mehl, Butter, Eier, Zucker und einem Schokoladenanteil von mindestens 15 %. Die Schokolade muss mindestens 35 % Kakaotrockenmasse enthalten. Eine Marmeladenfüllung ist nicht erforderlich – wenn die Torte gefüllt wird, darf allerdings nur Marillenmarmelade verwendet werden.
Das deutsche Lebensmittelbuch erfordert für eine Sachertorte eine Fruchtfüllung mit mindestens 45 % Aprikosenanteil.

Da die Bezeichnung Sachertorte keine geschützte Marke ist, kann sie von jeder Konditorei verwendet werden. Es existieren daher auch verschiedene Rezepte und Variationen in den einzelnen Cafés.
Die Original Sacher-Torte findest du allerdings nur im Hotel Sacher in Wien. Das Rezept ist streng geheim und wird sicher verwahrt. Jährlich werden rund 360.000 Original Sacher-Torten per Hand gefertigt und dafür 21 Konditoren und 25 Verpacker benötigt.

Neben dem Hotel Sacher beansprucht auch die Hofzuckerbäckerei Demel die Erfindung der Torte für sich. Alles begann im Jahr 1832, als Fürst Metternich seine Hofküche beauftragte ein besonderes Dessert für sich und seine Gäste zu entwerfen. Da der Chefkoch krank war versuchte sich der Lehrling Franz Sacher in der Küche und erfand das Grundrezept der Sachertorte. Die Torte schmeckte gut, die große Beachtung wurde ihr allerdings nicht geschenkt.
Jahre später machte der älteste Sohn von Franz Sacher, Eduard Sacher, eine Ausbildung bei Demel. Dort baute er das Grundrezept der Sachertorte aus und vollendete sie in der heute bekannten Form – ein langer Streit zwischen Sacher und Demel über die Verwendung der Bezeichnung Original Sacher-Torte begann. Schließlich einigten sich Sacher und Demel: Die Torte des Hotels Sacher darf sich heute Original Sacher-Torte nennen und die Torte der Hofzuckerbäckerei Demel Eduard Sacher-Torte.

Der wesentliche Unterschied liegt hier in der Marmeladenschicht. Die Original Sacher-Torte besteht aus zwei Schichten Marillenmarmelade – eine Schicht befindet sich direkt unter der Schokoladenglasur und die andere Schicht etwa in der Mitte der Torte.
Die Eduard Sacher-Torte hingegen besitzt nur eine Marmeladenschicht direkt unter dem Schokoladenüberzug.

Die Imperial Torte

Die Imperial Torte ist die edle Verführung des Hotels Imperial im Kärntner Ring. Sie besteht aus Kakaocreme, die schichtenweise in Mandelblätter gefüllt ist und feinstem Marzipan umhüllt von Schokoladenglasur.

Einer Legende nach entstand die Imperial Torte in der Nacht vor der Eröffnung des Hotels Imperial im Jahr 1873. Als der Küchenjunge Xaver Loibner nachts nicht schlafen konnte, ging er in die Hotelküche und kreierte die Imperial Torte. Am nächsten Tag wurde das Hotel von Kaiser Franz Joseph feierlich eröffnet. Nach der Eröffnung wählte der Kaiser eine besondere Torte zum Dessert, von der niemand wusste woher sie kam – die Imperial Torte. Sie schmeckte ihm sehr gut.
Seit 1985 wird die Imperial Torte in der heutigen Form im Hotel Imperial angeboten. Etwa 60.000 Torten werden jährlich, ausschließlich in Handarbeit, hergestellt. Es dauert eine Woche bis eine Torte fertig ist – fünf Mitarbeiter sind an der Produktion beteiligt.

Im Zuckerhimmel: Mein Torten-Test

Schon immer wollte ich die Original Sacher-Torte probieren. Daher stand ein Besuch des Café Sacher im berühmten Hotel Sacher schnell fest.
Eine Bekannte hat mir dann die Imperial Torte empfohlen, die ihr noch besser als die Original Sacher-Torte geschmeckt hat.
Bei unserem Stadtspaziergang an unserem ersten Tag in Wien, gab uns der Guide wiederum den Tipp nicht ins Café Sacher zu gehen, sondern die Eduard Sacher-Torte im Café Demel zu probieren, da der Teig angeblich viel lockerer und saftiger sei als im Café Sacher.

Verschiedene Meinungen – verschiedene Geschmäcker. Aber Welche Torte hat mir denn jetzt am besten geschmeckt?

1) Die Original Sacher-Torte des Hotels Sacher

Mein kulinarischer Test startete im Café Sacher des Hotels Sacher. Nachdem wir etwa eine Viertelstunde in der Schlange vor dem Café gewartet hatten, bekamen wir einen Tisch zugewiesen.

Im Café mussten wir nicht lange warten. Die Torte kam bereits kurz nach unserer Bestellung. Sie wurde mit einem Klecks Sahne und einem Etikett mit einem Zitat von Anna Sacher serviert: „Wenn es im Herzen weh tut, braucht der Mensch viel Süßes“ – Richtig, dachte ich und begutachtete die Torte voller Freude – ich inspizierte die beiden Marmeladenschichten und das Schokoladenplättchen mit dem Sacher-Logo. Endlich war es so weit und ich durfte die Torte, von der ich schon so lange schwärmte, probieren.
Passend dazu gab es Wiener Melange – eine Spezialität aus Kaffee, gemischt mit Zucker oder Honig, Milch und einer Haube Milchschaum.

Die Original Sacher-Torte im Café Sacher. Eine Marmeladenschicht befindet sich unter dem Schokoladenüberzug, die andere in der Mitte des Teigs.

Ich genoss den Geschmack und versuchte mir beim Essen möglichst viel Zeit zu nehmen, schließlich war es ein besonderes Erlebnis für mich.
Obwohl ich eigentlich kein großer Fan von Schokoladentorten bin, hat mir die Original Sacher-Torte wirklich gut geschmeckt. Sie war locker und durch die beiden Marmeladenschichten auch saftig. Klar war sie süß, aber keinesfalls zu süß, wie ich finde.

Auch das Café Sacher hat mir gut gefallen. Es ist überwiegend in Rot- und cremefarbenen Tönen gestaltet und dadurch sehr gemütlich. Ich hatte zuerst ein paar Bedenken, da ich im Internet einige negative Kritiken gelesen habe, in denen von Massenabfertigung und schlechtem Service die Rede war. Dies kann ich allerdings nicht bestätigen. Klar ist es in gewisser Weise eine Massenabfertigung, da dort ein hoher Besucheransturm herrscht, aber die Bedienungen waren sehr freundlich, nahmen sich Zeit die Tische zuzuteilen und drängelten auch nicht. Trotz vieler Touristen habe ich mich dort wohl gefühlt, die Atmosphäre genossen und fand es keinesfalls hektisch.

Im Café Sacher. In warmen Rot- und cremefarbenen Tönen fühlte ich mich wohl.

Ein Stück der Original Sacher-Torte hat 6,90 Euro gekostet, eine Wiener Melange 5,60 Euro. Mit einer kleinen Wasserflasche haben wir hier fast 30 Euro gezahlt. Ziemlich teuer – aber es hat sich gelohnt.

2) Die Imperial Torte des Hotels Imperial

Am zweiten Tag in Wien ging es nach dem Besuch von Schloss Belvedere ins Luxushotel Imperial – diesmal setzten wir uns auf die Terrasse. Hier wartete die Imperial Torte, die es in drei verschiedenen Rezepturen gibt: Original, Schwarze Orange und Mozart Edition.
Die Original-Rezeptur meint die klassische Variante, wie anfangs beschrieben. Bei der Schwarzen Orange ist die Torte von Bitterschokolade umhüllt und mit Orangen-Marzipan verfeinert. Die Mozart Edition hingegen besteht aus Pistazien-Marzipan.

Alles hörte sich sehr verlockend an, aber ich musste ich für eine Variante entscheiden. Die Version Schwarze Orange schied aus, da ich dachte sie könnte aufgrund der Bitterschokolade zu herb schmecken. Auch war ich mir nicht sicher, ob der Pistazien-Marzipan nicht zu intensiv für mich ist. Ich entschied mich daher für die Original Imperial Torte.
Auch hier warteten wir nicht lange. Die Imperial Torte kam in einer ungewöhnlichen Form für eine Torte – als kleiner Würfel, verziert mit einem Schokoladenplättchen mit dem Logo – wirklich sehr edel.

Die Imperial Torte des Hotels Imperial im Kärntner Ring – hier in der Variante Original

Die Imperial Torte hat ihrem Aussehen alle Ehre gemacht und mir gut geschmeckt. Durch das Marzipan war sie sehr saftig und zerging angenehm auf der Zunge.
Auch die Portion war genau richtig – der Marzipan macht die Torte ziemlich mächtig und mehr hätte ich davon erstmal nicht essen können. Leider war es etwas schwierig die Torte mit der Gabel zu essen, da der Schokoladenüberzug schnell bröckelte und von der Torte löste.

Während ich die Torte aß, genoss ich die luxuriöse Atmosphäre. Ich blickte von der Terrasse auf den Kärntner Ring und vergas den Alltagsstress dabei komplett. Anders als im Hotel Sacher waren hier nur wenige Gäste und es war daher sehr ruhig.

Nach diesem besonderen Geschmackserlebnis schaute ich mir noch weitere Leckereien im Innern des Cafés an.

Weitere Leckereien aus dem Hause Imperial

Die Imperial Torte kostete 5,80 Euro, eine Wiener Melange 5,40 Euro – insgesamt war es also etwas günstiger als im Café Sacher.

3) Die Eduard Sacher-Torte im Café Demel

Am letzten Tag in Wien probierte ich im Café Demel die Eduard Sacher-Torte, die uns von unserem Guide des Stadtspaziergangs empfohlen wurde.

Die Eduard Sacher-Torte wurde wie die Original Sacher-Torte mit einem Klecks Sahne serviert. Dazu gab es für mich diesmal einen Espresso anstatt Wiener Melange.

Die Eduard Sacher-Torte der Hofzuckerbäckerei Demel

Auch die Eduard Sacher-Torte hat mir geschmeckt. Allerdings fand ich sie im Gegensatz zur Original Sacher-Torte etwas trocken – was wahrscheinlich daran lag, dass sie nur eine Marmeladenschicht besitzt. Dass sie luftiger ist als die Original Sacher-Torte, kann ich nicht bestätigen. Auch fand ich die Torte nicht so schön serviert, wie die beiden anderen Torten. Sie war etwas schief abgeschnitten und das Logo war nicht symmetrisch angeordnet. Ich weiß, das sind Kleinigkeiten, aber als kleine Perfektionistin achte ich auf solche Details ;-).

Das Café Demel ist im Gegensatz zum Café Sacher eher in dunklen Tönen gestaltet. Dort waren sehr viele Gäste und wir saßen etwas beengt. Ich fand es ziemlich laut und nicht ganz so gemütlich wie im Café Sacher.
Gut gefallen hat mir, dass wir den Konditoren bei der Arbeit zuschauen konnten und sahen wie sie ihre Werke kreieren und Figuren aus Zuckermasse formten. Da ich ein Fan von Motivtorten bin und auch schon einige gebacken habe, fand ich das sehr interessant.

Die Konditoren bei ihrer Arbeit in der Hofzuckerbäckerei Demel

Für die Eduard Sacher-Torte zahlten wir 5,80 Euro. Eine Wiener Melange kostete 5 Euro. Demnach ist es hier etwas günstiger als im Café Sacher und dem Hotel Imperial.

Mein Torten-Fazit

Drei Tage Wien und damit drei Tage im Zuckerhimmel liegen hinter mir. Nach meinem Torten-Test kann ich sagen, dass es keine Torte gab, die mir nicht geschmeckt hat.
Meine Favoriten sind allerdings die Original Sacher-Torte und die Imperial Torte. Die Original Sacher-Torte war durch die beiden Marmeladenschichten sehr saftig. Ich fand sie geschmacklich genau richtig und nicht zu süß.
Die Imperial Torte hat mir fast genauso gut gut gescheckt. Das Marzipan macht sie edel und ebenfalls sehr saftig.
Wenn ich zwischen diesen beiden Torten einen Sieger wählen müsste, wäre es mit einem kleinem Vorsprung die Original Sacher-Torte. Sie schmeckt gut und ist die ideale Torte für zwischendurch, z. B. bei einer Pause während einer Sightseeing-Tour durch Wien.
Die Imperial Torte ist meiner Meinung nach eher eine Torte für besondere Anlässe. Jeden Tag könnte ich sie aufgrund des Marzipans nicht essen.
Die Eduard-Sacher-Torte landet bei mir auf Platz 3. Sie unterschied sich geschmacklich zwar nicht groß von der Original Sacher-Torte, war jedoch, bedingt durch nur eine Marmeladenschicht, relativ trocken. Noch einmal würde ich eher nicht ins Café Demel gehen.

Abschließend kann ich sagen: Ein Besuch des Cafés Sacher gehört bei einer Reise nach Wien unbedingt dazu. Du solltest auf jeden Fall einmal von der Original Sacher-Torte probiert haben. Wenn du allerdings mehr auf Marzipan stehst, empfehle ich dir einen Ausflug ins Hotel Imperial, denn die Imperial Torte ist der perfekte Genuss für Marzipanliebhaber.

Natürlich sind die Leckereien nicht günstig. Wir zahlten zu zweit meistens um die 30 Euro bei einem Besuch der Kaffeehäuser. Für diesen Preis kann man in vielen Restaurants schon gut zu zweit essen gehen- aber es hat sich gelohnt und ich war sehr froh, dass ich die süßen Wiener Spezialitäten probiert habe.
In Wien solltest du generell nicht so aufs Geld schauen, sondern einfach die Zeit genießen und dabei Torten schlemmen. Denn das hast du dir bei all dem Alltagsstress auch mal verdient.
Wenn ich das nächste Mal in Wien bin, werde ich es genauso machen und mir wieder die ein oder andere kulinarische Sünde gönnen. Dann darf es vielleicht auch mal ein Kaiserschmarrn oder ein Germknödel sein.

Was sind deine Lieblings-Sünden? Hast du auch schon ein Stück Sachertorte probiert? Oder stehst du mehr auf Germknödel, Kaiserschmarrn, Palatschinken oder Apfelstrudel?
Ich freue mich über deine Kommentare.

Viele Grüße,
Jasmin

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