Wien in 72 Stunden – Mein Guide für deine Städtereise

Drei Tage oder 72 Stunden können sehr schnell vergehen – vor allem in Wien – denn in der österreichischen Hauptstadt gibt es zahlreiche Sehenswürdigkeiten, die einen Besuch wert sind.
In diesem Beitrag zeige ich dir, wie du das Beste aus deinem Aufenthalt rausholst und in 72 Stunden so viel wie möglich von der Stadt siehst.

Warum solltest du nach Wien reisen?

Wiener Schnitzel, Wiener Melange, Wiener Prater, Sachertorte – das sind Begriffe, die mir in den Kopf kommen, wenn ich an Wien denke. Doch Wien hat noch viel mehr zu bieten: Die Donaumetropole zählt zu den schönsten Städten der Welt. Sie glänzt durch barocke Architektur, eindrucksvolle Paläste und Jugendstilbauten, traditionelle Kaffeehäuser oder urige Kneipen. Im März wurde Wien bereits zum achten Mal in Folge zur Stadt mit der weltweit höchsten Lebensqualität gekürt. – Gründe genug, um nach Wien zu reisen.

Ich war bereits in vielen europäischen Hauptstädten, aber noch nie in Wien. Die Stadt stand daher schon lange auf meiner Bucket List. Zum 60. Geburtstag meiner Mutter wollte ich sie mit einem besonderen Geschenk überraschen und buchte uns eine Reise nach Wien.

So holst du das Beste aus deinem Aufenthalt raus

Wien ist groß – In drei Tagen bzw. 72 Stunden kannst du einige Sehenswürdigkeiten anschauen, aber es ist kaum möglich alle intensiv zu besichtigen und umfassende Hintergrundinformationen zu erhalten.
Daher empfehle ich dir, vorher genau zu überlegen, was du unbedingt sehen möchtest und wie du verschiedene Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten sinnvoll miteinander verknüpfen kannst. Du hast natürlich die Möglichkeit alles individuell zu gestalten, kannst aber auch ein angebotenes Sightseeing-Programm für drei Tage nutzen.

Hier gibt es z. B. die Vienna City Card, die freie Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln und Rabatte zu vielen Sehenswürdigkeiten beinhaltet. Sie kostet dich für 72 Stunden 24,90 Euro.
Etwas mehr gibt es im Kombinationsangebot von Vienna Sightseeing.
Hier kannst du für drei Tage sechs verschiedene Routen der Hop On Hop Off-Busse beliebig oft fahren, hast einen geführten Stadtspaziergang inklusive und kannst außerdem eine Schiff- oder Fiaker-Fahrt mitbuchen. Ein 72-Stunden-Ticket mit Schifffahrt bekommst du für 41,40 Euro.
Die meisten Leistungen beinhaltet der Vienna Pass. Du bekommst freien Eintritt zu mehr als 60 der beliebtesten Sehenswürdigkeiten, wie z. B. Schloss Schönbrunn und dem Stephansdom. Außerdem kannst du Hop On Hop Off-Busse unbegrenzt nutzen. Der Vienna Pass kostet dich für 72 Stunden 90 Euro. Er lohnt sich vor allem dann, wenn du gerne ins Museum gehst oder dich auf weniger Sehenswürdigkeiten beschränken, diese dafür aber intensiv anschauen möchtest.

Wie du vielleicht aus anderen Beiträgen weißt, erkunde ich eine Stadt meist individuell und überwiegend zu Fuß.
Unser Ziel für die Wien-Reise war es, möglichst viel in drei Tagen zu sehen. Alles zu Fuß zu bestreiten war aufgrund einer Verletzung meiner Mutter nicht möglich. Als Geburtstagsgeschenk wollte ich ihr ein ideales Programm bieten und entschied mich für das Kombinationsangebot von Vienna Sightseeing. Museumsgänger sind wir beide nicht und ich fand es daher sinnvoll, nur für die Aktivitäten zu zahlen, die uns auch wirklich interessieren.

Nun erfährst du, was wir in drei Tagen erlebt haben. Natürlich musst du dich nicht an meinen 72-Stunden-Guide halten – er dient vielmehr als Empfehlung, wie du deine Zeit verbringen kannst und zeigt dir was Wien zu bieten hat. Entscheide selbst, was du in deinen Reiseplan aufnimmst.

Tag 1 – die ersten 24 Stunden

Ende August war es soweit: unsere Reise startete Samstag morgens vom Flughafen in Frankfurt. Da Wien von unserem Wohnort über 700 Kilometer entfernt ist, war eine Auto- bzw. Zugfahrt keine Option für das verlängerte Wochenende. Die Anreise war entspannt und ich kann dir empfehlen per Flugzeug anzureisen. Du sparst Zeit und ein Flug von vielen deutschen Städten kostet meist nicht viel mehr als eine Zug- oder Autofahrt.

Am Flughafen Wien-Schwechat angekommen, brachte uns ein Bus von Vienna Airport Lines für acht Euro pro Person in 25 Minuten in die Wiener Innenstadt. Alternativ kommst du mit dem City Aiport Train (CAT) für 12 Euro in 16 Minuten oder der S-Bahn Linie 7 in die Innenstadt.

Nach dem Check-In im Hotel startete unser Sightseeing-Programm.
Los ging es mit dem geführten Stadtspaziergang durch die Wiener Innenstadt – ideal, um zunächst einen Überblick über die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu bekommen.

Die Tour führte uns vorbei am Stephansdom, dem Donnerbrunnen, der Kapuzinerkirche mit der Kaisergruft, der Hofburg, dem Josefsplatz und weiteren Plätzen. Neben interessanten Details zu den Sehenswürdigkeiten bekamen wir von unserem Guide wissenswerte Informationen zur Stadtgeschichte und den einzelnen Bezirken Wiens. Wir erfuhren Einiges über die Habsburger, wo es die beste Sachertorte gibt und außerdem, dass Wien einst die drittgrößte Stadt Europas war. Unser Guide war sehr kompetent und antwortete auf alle Fragen umfassend.
Für den Start deines Aufenthaltes in Wien würde ich dir einen geführten Stadtspaziergang auf jeden Fall empfehlen. Die Tour ist perfekt, da du in kurzer Zeit einen Überblick über die wichtigsten historischen Plätze bekommst und auch siehst, wo sich die bekannten traditionellen Kaffeehäuser oder gute Restaurants befinden.

Hier ein paar Impressionen des Stadtspazierganges:

Die Kaisergruft
Die Kapuzinerkirche mit der Kaisergruft – die letzte Ruhestätte der Habsburger
Der Donnerbrunnen
Der Donnerbrunnen am Neuen Markt in Wien – errichtet von Georg Rafael Donner im Jahr 1739
Der Stephansdom. Er gilt als bekanntestes Wahrzeichen von Österreich. Aktuell leider mit einer Baustelle.
Die Pestsäule – eine barocke Dreifaltigkeitssäule – Sie wurde nach einer schweren Pestepidemie im Jahr 1679 errichtet, um die Seuche mittels Fürbitten und anderen Zeromonien abzuwenden.
Die Peterskirche – eine römisch-katholische Kirche. Laut einer Legende soll sie von Kaiser Karl dem Großen um 800 gegründet worden sein und wäre damit die zweitälteste Kirche Wiens
Die Hofburg – ehemalige Kaiserresidenz der Habsburger und seit 1945 Amtssitz des Österreichischen Bundespräsidenten. In der Hofburg sind außerdem verschiedene Museen untergebracht
Die Michaelerkirche – errichtet im 13. Jahrhundert und eine der wenigen romanischen Bauten in Wien
Der Josefsplatz – er gehört zum Areal der Hofburg – in der Mitte zu sehen das Kaiser-Joseph-Denkmal
Die Augustinerkirche – hier gaben sich einst Sisi und Kaiser Franz Joseph das Ja-Wort. Die Augustinerkirche beherbergt außerdem die Herzgruft, wo 54 Herzen der Habsburger in Urnen aufbewahrt werden.

Schon jetzt – nach weniger als zwei Stunden – waren wir begeistert von Wien und uns wurde klar, dass drei Tage definitiv zu wenig für diese Stadt sind. Mittlerweile waren es 36 °C – uns machte die Hitze zu schaffen und wir mussten unsere bisherigen Eindrücke erst einmal verarbeiten. Daher machten wir eine Pause im berühmten Café Sacher, wo wir Sachertorte und Wiener Melange genossen. Auch dir würde ich empfehlen ein traditionelles Wiener Kaffeehaus zu besuchen. Es ist zwar nicht ganz günstig, lohnt sich aber.

Nach der verdienten Pause setzten wir uns in einen Hop On Hop Off-Bus und fuhren bis zum Augarten. Der Augarten wurde im 17. Jahrhundert von Kaiser Ferdinand errichtet und ist der älteste Barockgarten in Wien.
Ein wirklich schöner Park – wir beobachteten eine Hochzeit vor der Wiener Porzellanmanufaktur und waren dankbar über jeden Schatten, der uns von Bäumen gespendet wurde.

Die Wiener Porzellanmanufaktur im Augarten – sie wurde 1718 gegründet und ist die zweitälteste Porzellanmanufaktur in Europa

Nun war später Nachmittag und wir hatten bereits Einiges gesehen. Ich hatte mir allerdings noch einen weiteren Programm-Punkt für den Tag überlegt: Eine Fahrt im berühmten Riesenrad auf dem Prater. Was für Paris der Eiffelturm ist, ist für Wien das Riesenrad – nicht umsonst heißt es oft: „Wer nicht mit dem Riesenrad gefahren ist, war nicht in Wien.“

Das Wiener Riesenrad wurde 1897 eröffnet und ist knapp 65 Meter hoch. Es ist unter Anderem aus dem Film Der dritte Mann bekannt.

Ein berühmtes Wahrzeichen – das Wiener Riesenrad auf dem Prater

Die Fahrt war mit 10 Euro pro Person nicht ganz günstig, aber dennoch empfehlenswert. Die Aussicht ist beeindruckend. Auf der einen Seite siehst du die Innenstadt und blickst z. B. auf den Stephansdom und auf der anderen Seite erstreckt sich das moderne Wien mit Hochhäusern und dem Donauturm. Außerdem kannst du auf viele Attraktionen des Praters blicken.

Ausblick auf die Innenstadt Wiens
Ausblick auf das moderne Wien – links hinten zu sehen: der Donauturm

Tipp: Um Wartezeiten zu vermeiden (gerade an Wochenenden kann es zu einem hohen Besucherstrom kommen) empfehle ich dir das Ticket vorher online zu kaufen. So kannst du direkt ins Riesenrad steigen, ohne Zeit an der Kassa zu verlieren.

Nach der ca. 15-minütigen Fahrt schlenderten wir gemütlich über den Prater, vorbei an weiteren Attraktionen, wie Achterbahnen und dem Prater Turm – dem höchsten Kettenkarussell Österreichs. Auch eine Filiale des bekannten Wachsfigurenkabinetts Madame Tussauds oder ein Pratermuseum, das über die Geschichte des Praters informiert, befindet sich auf dem Gelände.
Tipp: Normalerweise kostet das Pratermuseum 5 Euro Eintritt. An jedem ersten Sonntag im Monat ist der Eintrit jedoch frei.

Einen Ausflug zum Prater kann ich dir nur empfehlen. Der Eintritt ist frei und du zahlst nur für die Attraktionen, die du auch fahren möchtest (ab 1,50 EUR). Da der Prater ganzjährig rund um die Uhr geöffnet ist, kannst du ihn immer besuchen, wenn es dir gerade passt und andere Sehenswürdigkeiten eventuell geschlossen haben.

Nach dem Besuch des Praters ging es mit dem Hop On Hop Off-Bus zurück zu unserem Hotel. Auf dem Weg bewunderten wir einen tollen Sonnenuntergang über der Donau und kamen an der Franz-von-Assisi-Kirche in der Leopoldstadt vorbei, die besonders schön von der untergehenden Sonne angestrahlt wurde.

Die Franz-von-Assisi-Kirche. Sie befindet sich im 2. Wiener Bezirk Leopoldstadt

Unser erster Tag in Wien endete im Gasthaus Schöne Perle, unweit unseres Hotels, wo es für uns geröstete Knödel mit Ei und Salat gab.

Tag 2 – die goldene Mitte

Der nächste Tag startete mit einem Frühstück im Café Motto am Fluss, was mir von einer Bekannten empfohlen wurde. Von der Terrasse hatten wir einen tollen Ausblick auf den Donaukanal und genossen die Sonne. Es war noch nicht einmal 10 Uhr morgens, aber bereits wieder 25°C.

Das Café Motto am Fluss – von der Terrasse blickten wir auf den Donaukanal

Unser Frühstück war nicht ganz günstig, hat aber sehr gut geschmeckt. Für mich gab es ein gesundes Chiasamen-Porridge mit Früchten.

Chiasamen-Porridge mit Früchten und Granola – mein leckeres und gesundes Frühstück

Nach der Stärkung standen für uns die berühmten Wiener Schlösser Schönbrunn und Belvedere auf dem Plan.
Zunächst fuhren wir mit dem Hop On Hop Off-Bus zum Schloss Schönbrunn in den 13. Wiener Gemeindebezirk Hietzing. Schönbrunn ist das größte Schloss Österreichs und gehört seit 1996 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Es wurde im 17. Jahrhundert erbaut und ist ehemalige Sommerresidenz der Habsburger.

Das Schloss Schönbrunn – ehemalige Sommerresidenz der Habsburger

Ein schönes Schloss, das durch die Sonne in einem warmen Ton erstrahlte. Allerdings war es total überfüllt, so dass ich den Besuch nicht wirklich genießen konnte. Aber wie sollte es auch anders sein -Schönbrunn ist nun einmal die beliebteste Sehenswürdigkeit von Wien und es war Sonntag Mittag.

Zum Schloss gehört ein Schlosspark mit Neptunbrunnen und einer Gloriette. Außerdem beherbergt der Park den ältesten, noch bestehenden Zoo – den Tiergarten Schönbrunn.

Im Schlosspark Schönbrunn – Im Hintergrund zu sehen: der Neptunbrunnen und die Gloriette

Tickets für die Innenräume des Schlosses gibt es übrigens ab 14,20 Euro. Falls du wissen möchtest, wie Sisi und Kaiser Franz Joseph gelebt haben, empfehle ich dir ein Ticket vorher online zu kaufen. Die Warteschlange war hier sehr lange – wertvolle Zeit, die du in Wien sinnvoller nutzen kannst.

Nach dem Besuch von Schönbrunn fuhren wir mit dem Hop On Hop Off-Bus weiter bis zum Heeresgeschichtlichen Museum. Das Gebäude gefiel uns auf Anhieb, so dass wir spontan beschlossen hier aus zusteigen.
Das Museum ist der älteste Museumsbau in Wien und gibt einen Einblick in Österreichs Militär- und Kriegsgeschichte. Für 6 Euro kannst du hier Waffen, Rüstungen, Uniformen, Gemälde, Orden und vieles weitere sehen.
Tipp: An jedem ersten Sonntag im Monat ist der Eintritt frei – das solltest du dir merken, wenn dein Wien-Aufenthalt auf Beginn des Monats fällt.

Das Heeresgeschichtliche Museum – der älteste Museumsbau in Wien

Nach dem Stopp am Museum gönnten wir uns im gemütlichen Biergarten der benachbarten Arsenalstuben eine Pause – bei Soda mit Himbeeren und Almdudler. Seit etwa sieben Jahren hatte ich keinen Almdudler mehr getrunken und genoss das kühle Getränk bei diesen Temperaturen umso mehr.

Auch wenn das Thermometer wieder 35°C anzeigte, entschieden wir uns zu Fuß weiter zu unserem nächsten Ziel – Schloss Belvedere – zu schlendern. Der Weg führte uns durch einen schönen Park und vorbei an dieser bunten Häuserreihe im Stadtteil Wieden.

Eine bunte Häuserreihe in Wien Wieden auf unserem Fußweg zu Schloss Belvedere

Nach etwa 15 Minuten erreichten wir das Schloss Belvedere, das schon von Weitem ein absoluter Blickfang war – es macht seinem Namen Belvedere (italienisch „schöne Aussicht“) alle Ehre. Belvedere hat mir persönlich viel besser als Schönbrunn gefallen. Es wirkte auf mich sehr ruhig und edel und ist nicht der klassische Touristenmagnet. Auch die Parkanlage mit dem großen Wasserbecken vor dem Schloss gefiel mir ausgesprochen gut.

Belvedere besteht aus dem oberen Belvedere, das zwischen 1721 und 1723 entstand und dem unteren Belvedere, das von 1714 bis 1716 entstand.

Schloss Belvedere – als ruhige Alternative zu Schönbrunn erstrahlt es im Sonnenschein. Zu sehen: das obere Belvedere

Zwischen dem oberen Belvedere und dem unteren Belvedere befindet sich ein großer Park, von dem du einen unglaublichen Blick auf Wien hast (Titelbild). Es lohnt sich wirklich etwas Zeit dort zu verbringen und den Park bis zum unteren Belvedere hinunter zu laufen.

Das untere Belvedere
Das untere Belvedere

Unser nächstes Ziel sollte die Innenstadt rund um die Staatsoper werden, da uns der Anblick aus dem Hop On Hop Off-Bus am Vortag neugierig gemacht hat. Wir liefen also in Richtung Staatsoper und kamen dabei ganz ungeplant an einem weiteren Highlight vorbei – der Karlskirche.
Die Karlskirche wirkte auf mich nicht wie eine typische Kirche und erinnerte mich mit ihren zwei Säulen zunächst an eine orientalische Moschee – in Wirklichkeit ist sie allerdings ein römisch-katholischer Bau aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Die Karlskirche – die römisch-katholische Kirche stammt aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts

Kurz nach der Karlskirche erreichten wir die Wiener Staatsoper – eines der bekanntesten Opernhäusern der Welt. Das Gebäude im Stil der Neurenaissance ist wirklich riesig. Hier findet einmal im Jahr der berühmte Wiener Opernball mit über 5.000 Ballgästen statt.

Die Wiener Staatsoper - sie zählt zu den bekanntesten Opernhäuser der Welt
Die Wiener Staatsoper – sie zählt zu den bekanntesten Opernhäusern der Welt

Anschließend liefen wir durch den Burggarten, der sich hinter der Hofburg erstreckt. Hier konnten wir einen Blick auf das Mozart-Denkmal zu Ehren des bekannten Komponisten werfen.

Das Mozart-Denkmal zu Ehren von Wolfgang Amadeus Mozart im Burggarten

Nun erreichten wir einen Platz, der mich am Vortag besonders neugierig gemacht hat – den Maria-Theresien-Platz mit dem Kunsthistorischen und Naturhistorischen Museum. Die beiden Gebäude sind exakte architektonische Spiegelbilder zueinander und umfassen einen Park in ihrer Mitte. Die Anlage und besonders die baugleichen Gebäude haben mich sehr fasziniert und ich kann sagen, dass das für mich die schönste Museumsanlage ist, die ich je gesehen habe.

Blick auf das Naturhistorische Museum am Maria-Theresien-Platz
vor dem Kunsthistorischen Museum am Maria-Theresien-Platz

An diesem Tag hatten wir bereits viel gesehen. Ein Programmpunkt wartete allerdings noch auf uns: die Schifffahrt auf dem Donaukanal. Von der Schwedenbrücke fuhren wir mit der MS Blue Danube stromaufwärts und kamen z. B. am Ringturm oder der Müllverbrennungsanlage Spittelau vorbei. Spittelau ist wohl die interessanteste Müllverbrennungsanlage der Welt, denn die Fassade wurde vom bekannten Künstler Friedensreich Hundertwasser gestaltet – ein echter Hingucker.

Die Müllverbrennungsanlage Spittelau  im 9. Wiener Bezirk- die Fassade wurde von Friedensreich Hundertwasser gestaltet

Auf dem Rückweg konnten wir dann einen Blick auf die Sternwarte Urania werfen. Sie wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts erbaut und ist damit die älteste Volkssternwarte Österreichs. Neben der Sternwarte beinhaltet das Gebäude mehrere Seminarräume und ein Kino.

Die Sternwarte Urania am Ufer des Donaukanals – älteste Volkssternwarte Österreichs

Die Schifffahrt kam uns zeitlich sehr gelegen, denn genau in den 1,5 Stunden, in denen wir auf dem überdachten Schiff waren, hat es in Wien geregnet. Zum Glück kühlte der Regen die Temperatur etwas ab.
Von der Schifffahrt waren wir aber enttäuscht. Mit Ausnahme der Urania und der Müllverbrennungsanlage haben wir nicht wirklich viel gesehen und auch die Audio-Erklärungen zu den Sehenswürdigkeiten waren viel zu leise, so dass wir nichts hören konnten. Im Nachhinein würde ich wahrscheinlich darauf verzichten diese Schifffahrt zu buchen.

Nach unserer Fahrt auf dem Donaukanal haben wir im Restaurant Pürstner zu Abend gegessen – eine urige Kneipe mit guter österreichischer Küche zu absolut fairen Preisen.

Tag 3 – die letzten 24 Stunden

Für den dritten und leider letzten Tag in Wien hatten wir uns vorgenommen einen kleinen Blick in das Umland von Wien zu werfen. Mit dem Hop On Hop Off-Bus ging es nach dem Frühstück zunächst nach Grinzing, einem Weinort im 19. Wiener Gemeindebezirk Döbling. Grinzing zählt zu den schönsten Orten in Wien – dort reihen sich viele Weinlokale aneinander. Die Fahrt führte uns weiter bis nach Klosterneuburg. Die Stadt gehört nicht mehr zu Wien, sondern bereits zu Niederösterreich. Hier schauten wir uns das Stift Klosterneuburg an.

Das Stift Klosterneuburg wurde zu Beginn des 12. Jahrhunderts gegründet und war einst Residenz der Babenberger und der Habsburger. Es beherbergt unter Anderem das älteste Weingut Österreichs.

Stift Klosterneuburg in Niederösterreich – Das Stift wurde zu Beginn des 12. Jahrhunderts gegründet und blickt auf eine über 900-jährige Weintradition zurück.

Nach dem Besuch des Stifts ging es mit dem Bus zurück nach Wien. Am Tag vorher hatten wir bereits die Müllverbrennungsanlage Spittelau von Friedensreich Hundertwasser gesehen und waren begeistert – daher standen nun die beiden weiteren Werke des Künstlers auf dem Plan.

Zunächst fuhren wir zum Kunsthaus Wien. Das Museum zeigt auf 1600 m² verschiedene Werke von Hundertwasser und auch regelmäßig Ausstellungen anderer Künstler. Zum Museum gehört auch ein Café, wo du gemütlich an bunten Tischen sitzen kannst. Ich mag moderne Kunst und die bunten Farben, assymetrischen Linien und vor allem die Mosaikfließen im Stil von Hundertwasser haben mir sehr gut gefallen.

Das Kunsthaus Wien- das Musuem wurde 1991 eröffnet und widmet sich der Kunst von Friedensreich Hundertwasser. Zu sehen ist der Eingangsbereich des Museums

Danach schauten wir uns das bekannte Hundertwasserhaus an, was nur wenige Gehminuten vom Kunsthaus entfernt liegt. Es ist genauso bunt und unsymmetrisch – aber mit weniger Mosaik verziert. Erbaut zwischen 1983 und 1985 ist es eines der ersten Werke von Hundertwasser. Da es sich um eine Wohnhausanlage handelt, kann es leider nur von außen besichtigt werden.

Das Huntdertwasserhaus – eines der ersten Werke von Friedensreich Hundertwasser
Seitenblick auf das Hundertwasserhaus

Anschließend liefen wir über den Naschmarkt – laut einer Bekannten ein Pflichtprogramm bei einem Wien-Besuch. Ich muss allerdings sagen, dass mich der Markt etwas enttäuscht hat. Es gab dort zwar ein paar gute Stände mit Obst, Gemüse, verschiedenen Nuss-Variationen und anderen Leckereien – hauptsächlich bestand der Naschmarkt aber aus Restaurants, Bars und Souvenirshops, die überteuert waren.
Einen kleinen Abstecher zum Naschmarkt kannst du auf jeden Fall machen, aber einen zu langen Aufenthalt oder dort essen zu gehen, würde ich dir nicht empfehlen. Gehe besser in ein Café oder Restaurant in der Innenstadt, denn dort ist es gemütlicher und auch nicht wirklich teurer.

Auf dem Wiener Naschmarkt – zu sehen ein Stand mit verschiedenen Leckereien – sowohl Nuss-Variationen als auch Bonbons, Nougat usw.

Nach dem Besuch des Naschmarktes genossen wir im Café Demel bei Torte und Wiener Melange die letzten Stunden in Wien. Anschließend schlenderten wir durch die Fußgängerzone und kauften ein paar Leckereien bei der Confiserie Heindl und Manner, bevor es dann leider mit dem Bus zurück zum Flughafen ging.

Meine Hotel-Empfehlung für dich:

In Wien übernachteten wir im Hotel Mercure Wien City. Das 4-Sterne-Hotel liegt zentral, aber dennoch ruhig am Donaukanal. Viele der Sehenswürdigkeiten, wie den Stephansdom oder die Hofburg erreichst du vom Hotel in ca. 15 Minuten zu Fuß. Zum Prater läufst du ca. 25 Minuten.
Die nächste U-Bahn-Station Schwedenplatz ist etwa 7 Gehminuten entfernt und auch zum Flughafen gibt es eine optimale Anbindung. Der Flughafenbus hält am Morzinplatz – nur 5 Gehminuten vom Hotel. Auch Supermärkte und Restaurants erreichst du bequem zu Fuß. Ich kann dir das Mercure Wien City daher als idealen Ausgangspunkt für eine Städtereise nach Wien empfehlen.

Für unseren Aufenthalt bekamen wir ein schönes, buntes Themen-Zimmer im Pop Art-Stil. Es wurde von den Mitarbeiterinnen Angela und Christina mit viel Liebe zum Detail eingerichtet. Ich – als Fan von moderner Kunst und vor allem Pop Art – habe mich dort sehr wohlgefühlt.

Unser liebevoll gestaltetes Pop Art-Zimmer im Hotel Mercure Wien City

Das Frühstück im Hotel war gut und beinhaltete alles, was wir benötigten. Besonders hat uns der Kaffee geschmeckt. Das Service-Team war aufmerksam und schaute ständig, ob uns irgendetwas fehlt. Auch das Personal an der Rezeption war freundlich und hilfsbereit und ermöglichte uns das Einchecken vor der regulären Check-In-Zeit.
Für zwei Übernachtungen im Doppelzimmer zahlte ich 166 Euro – ein gutes Preis-Leistungsverhältnis wie ich finde.*

Mein Fazit zu Wien – Sind 72 Stunden genug?

Wie erwartet vergingen drei Tage in Wien schnell – meiner Meinung nach viel zu schnell. Wir haben die Zeit gut genutzt, sehr viel erlebt, die wichtigsten Sehenswürdigkeiten gesehen und außerdem interessante Informationen zur Geschichte Wiens erhalten. Auch der kulinarische Genuss kam in traditionellen Kaffeehäusern oder urigen österreichischen Kneipen nicht zu kurz. – Zusammengefasst hatten wir also einen idealen Mix aus Sightseeing und österreichischer Kultur.
Wertvolle Zeit hatten wir in Wien gespart, indem wir z. B. das Wiener Riesenrad im Voraus online gebucht hatten und so die Wartezeit an der Kasse entfiel. Auch dir empfehle ich, Aktivitäten, die dich interessieren, vorher online zu buchen – oft erhälst du dadurch auch noch einen Rabatt. Das Programm von Vienna Sightseeing habe ich durch die Online-Buchung 10 % günstiger bekommen.
Einige stressige Momente gab es in Wien dennoch und leider fehlte uns die Zeit alles intensiv zu besichtigen – aber für das erste Mal in Wien haben wir uns einen guten Überblick geschaffen.
Ich jedenfalls habe mich in diese Stadt verliebt und sie zählt nun zu meinen Lieblingsstädten. Ich komme auf jeden Fall wieder, denn es gibt noch so viel mehr zu entdecken.Ich freue mich schon darauf, mir Schloss Schönbrunn oder die Hofburg von Innen anzuschauen und ganz ohne Zeitdruck durch die gemütlichen Läden der Fußgängerzone zu schlendern.

Zum Abschluss noch ein wertvoller Tipp: Wien ist nicht unbedingt eine günstige Stadt, aber trotzdem kannst du bei deiner Städtereise Geld sparen. Hier erfährst du, welche Museen keinen Eintritt kosten oder an bestimmten Tagen kostenfrei besichtigt werden können.

Weitere Impressionen aus Wien:

Der Vermählungsbrunnen am Hohen Markt
Der Vermählungsbrunnen am Hohen Markt
Die Ankeruhr am Hohen Markt – täglich um 12 Uhr ertönt ein Orgelspiel
Ein VW-Bus der österreichischen Post am Hohen Markt
Das Liebenberg-Denkmal im 1. Wiener Bezirk – gewidmet Johann Andreas von Liebenberg, ehemaliger Bürgermeister von Wien

 

*Hinweis: Das Hotel Mercue Wien City lud meine Mutter und mich am Tag unserer Abreise zum Frühstück ein. Vielen Dank hierfür.

Hast du Lust auf eine Reise nach Wien bekommen oder warst schon in der Donaumetropole und hast weitere Tipps? Ich freue mich über deine Kommentare und wünsche dir einen schönen Start in die neue Woche.
Viele Grüße, Jasmin

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