Ein Tag im Nationalpark Manuel Antonio

Während meines vierwöchigen Aufenthaltes in Costa Rica besuchte ich auch den Nationalpark Manuel Antonio. Von meinem Ausflug in den Park, möchte ich dir heute gerne berichten.

Der Nationalpark Manuel Antonio

Der Nationalpark Manuel Antonio liegt an der Pazifikküste in der Nähe der Kleinstadt Quepos und gehört mit 682 Hektar zu den kleinsten Nationalparks in Costa Rica. Er zählt vor allem wegen der schönen Strände zu den beliebtesten und meistbesuchten Parks des Landes.

Die Anreise

Die Anreise aus vielen Städten in Costa Rica, wie z. B. San José oder Jacó, erfolgt meistens mit dem Bus zum Busbahnhof in Quepos. Vom Busbahnhof Quepos fahren dann in regelmäßigen Abständen Busse nach Manuel Antonio, die ca. 20 Minuten dorthin benötigen.
Ich verbrachte die erste Woche in Costa Rica in Jacó und fuhr mit einer Freundin, die ich dort kennengelernt hatte, von dort mit dem Bus. Die Fahrtzeit nach Quepos betrug ca. 1,5 Stunden.

Unsere Unterkunft

Da der Park um 7 Uhr morgens öffnet und die Besucherzahl auf 600 Personen pro Tag begrenzt ist, empfiehlt es sich, bereits früh am Park zu sein. Es lohnt sich daher vor Ort zu übernachten.

Wir fuhren am Freitag nachmittag nach unserem Spanisch-Kurs nach Quepos und schlenderten erst einmal durch die Kleinstadt und aßen Eis. Dann nahmen wir den Bus zum Hostel Vista Serena, wo wir eine Übernachtung gebucht hatten.

Das Hostel liegt auf einem Berg, etwa 5 Minuten Fahrtzeit mit dem Bus von Quepos. Es ist schön eingerichtet und jedes Apartment hat seine eigene Küche, in der man sich Essen zubereiten kann. Von der Terrasse, die mit Hängematten und Tischen ausgestattet war, hatten wir einen unglaublich tollen Ausblick auf das Meer und die umliegende Landschaft.

Die Terrasse des Hostels
Die Terrasse des Hostels

Auch Tiere lebten direkt vor dem Hostel.

Ausblick von der Terrasse des Hostels
Ausblick von der Terrasse des Hostels

Abends genossen wir von der Terrasse des Hostels einen beeindruckenden Sonnenuntergang.

Sonnenuntergang mit Blick aufs Meer
Sonnenuntergang mit Blick aufs Meer

Das Hostel ist empfehlenswert und ideal, wenn du einen Besuch des Nationalparks planst. Für eine Nacht zahlten wir 12 Dollar pro Person in einem 4er Schlafsaal, den wir aber schließlich für uns alleine hatten. Frühstück ist im Preis inbegriffen. Es gibt Kaffee und Toast mit Marmelade. Besonders lecker war es nicht, aber bei dem Preis und dem Ausblick, durften wir uns nicht beschweren.

Der frühe Vogel fängt den Wurm

Nach dem Frühstück machten wir uns besonders früh auf dem Weg zum Nationalpark. Wir nahmen den Bus, der 200 Meter vom Hostel abfährt und fuhren in ca. 15 Minuten zum Nationalpark.
Pünktlich zur Eröffnung befanden wir uns um 7 Uhr am Eingang. Nachdem wir uns ein Ticket für 16 Dollar kauften, machten wir uns auf in den Park.

Wichtig ist, dass du dir unbedingt Essen und Trinken mit in den Park nehmen solltest, da es im Park nichts zu kaufen gibt – Verzichte darauf Alkohol mitzunehmen, denn Alkohol ist im Park nicht erlaubt.

Schlendern durch die Natur

Bewaffnet mit einem Plan des Parks schlenderten wir durch die Natur. Im Nationalpark Manuel Antonio gibt es verschiedene Wanderwege mit unterschiedlichen Dauern und Schwierigkeitsgraden.
Wie liefen zunächst, die Wege ab, die uns besonders reizten und starteten mit dem Sendero el Perezoso (Faultier-Weg), wo es die Chance gibt Faultiere zu sehen. Leider sahen wir nur ein einziges Faultier aus der Ferne.

beim Schlendern auf dem Sendero el Perezoso
Beim Schlendern auf dem Sendero el Perezoso

Der Sendero el Perezoso ist ein sehr kurzer Weg, den wir schnell gelaufen waren. Weiter ging es auf dem Sendero Puerto Escondido, der uns nach einiger Zeit zum Strand Puerto Escondido führte. Ein wirklich schöner, abgelegener und vor allem sehr ruhiger Strand.

Der Strand Puerto Escondido
Der Strand Puerto Escondido

Wir genossen die Aussicht und die Tatsache, dass wir den Strand noch ganz für uns alleine hatten.

Playa Puerto Escondido
Playa Puerto Escondido

Danach nahmen wir uns den Sendero Mirador vor. Der Sendero Mirador war für mich der anstrengendste Weg, da wir sehr viele Stufen hinauf laufen mussten.
Er hat sich aber gelohnt, da es eine Reihe von Aussichtspunkten auf dem Weg gibt, von denen wir einen tollen Blick hatten.
Der Weg endet in einer Sackgasse, bei einem letzten Aussichtspunkt. Dort setzten wir uns auf eine Bank und ruhten uns etwas aus. Von diesem Aussichtspunkt hatten wir einen besonders tollen Ausblick auf den Pazifik.

Ausblick auf den Pazifik
Ausblick auf den Pazifik

Faszinierende Tierwelt

Unterwegs sahen wir einige Tiere. Zunächst kleinere Tiere, wie Echsen, bunte Krebse oder einmal sogar eine Mini-Schlange.

eine Echse
Eine Echse
Mini-Schlange und bunter Krebs
Mini-Schlange und bunter Krebs

Als wir schließlich zum Strand Playa Manuel Antonio liefen, um dort eine Pause zu machen, sind wir auch auf größere Tiere, wie Pakas gestoßen. In der näheren Umgebung des Strandes leben zahlreiche Kapuzineraffen, die zwischen den Bäumen hin und her springen. Wir konnten sie von Nahe beobachten und tolle Bilder machen.

ein süßes Kapuzineräffchen
Ein süßes Kapuzineräffchen
Ein Kapuzineräffchen beim Relaxen
Ein Kapuzineräffchen beim Relaxen

Eine Pause am Strand

Die beiden Badestrände des Nationalparks, Playa Manuel Antonio und Playa Espadilla, liegen auf einer Landzunge zwischen zwei Buchten.
Nachdem wir ca. vier Stunden durch den Park geschlendert sind, machten wir eine Pause am Playa Manuel Antonio. Ein wirklich schöner Strand, mit weißem, feinen Sand und klarem Wasser– aber leider sehr überfüllt von Menschen.

am Playa Manuel Antonio
Am Playa Manuel Antonio

Am Strand laufen Kapuzineraffen oder Waschbären herum, die immer auf der Suche nach Essen sind. Bitte achte darauf, den Rucksack gut zu verschließen, wenn du ins Wasser gehst. Ich habe einen Waschbären dabei beobachtet, wie er den Rucksack eines Touristen auseinander nahm und nach Essen durchwühlte, als der Tourist gerade baden war.

Ein Waschbär am Strand
Ein Waschbär am Strand

Aber auch, wenn du am Playa Manuel Antonio etwas isst, solltest du aufpassen: Als meine Freundin eine Banane aß, kam ein kleines Kapuzineräffchen angesprungen und klaute ihr die Banane aus der Hand.
Alles in allem fand ich es aber sehr süß, wie die Affen am Strand herumtollen oder zwischen den Bäumen hin- und herspringen.

Der Playa Espadilla ist ebenfalls sehr schön, aber hier hatte ich den Eindruck, dass die Wellen stärker sind und er sich nicht ganz so gut zum Baden eignet wie der Playa Manuel Antonio.

Nach unserer Pause am Strand schlenderten wir noch weiter durch den Nationalpark. Den letzten Weg, den wir liefen war der Sendero La Catarata (Wasserfall-Weg). Er führt zu einem kleinen – wirklich kleinen -Wasserfall, der aber zum Zeitpunkt, als wir dort waren (noch in der Trockenzeit) nicht sehr stark mit Wasser gefüllt war.
Im Nachhinein kann ich diesen Weg am wenigsten empfehlen, da es hier nicht sehr viel zu sehen gab. Wahrscheinlich ist der Wasserfall zur Regenzeit ein schönerer Anblick.

Inzwischen war schon Nachmittag und wir machten uns schließlich auf den Weg zurück nach Jacó.

Mein Fazit zum Nationalpark Manuel Antonio

Manuel Antonio ist ein wirklich schöner Park, in dem viele für Costa Rica typische Tierarten leben. Die Wege sind gut angelegt und ausgeschildert und es gab tolle Aussichtspunkte, wo wir auf das Meer schauen konnten.
Etwas beeinträchtigt wird die schöne Natur-und Strandkulisse allerdings von massiven Touristenströmen.

Ich empfehle dir daher so früh wie möglich im Park zu sein und zunächst zum Playa Manuel Antonio zu gehen, damit du die Atmosphäre auch genießen kannst – denn spätestens ab 10 Uhr ist der Strand überfüllt. Auf den anderen Wegen – etwas weiter entfernt vom Strand, waren nicht viele Menschen unterwegs.
Wenn du alle Wege laufen magst (wir sind alle, bis auf einen gelaufen) und auch baden möchtest, solltest du einen Aufenthalt bis zur Schließung des Parks am Nachmittag einplanen.

Wir hatten im Nationalpark an diesem Tag leider nicht das Glück ein Faultier aus der Nähe zu sehen. Auch weitere Tiere, wie z. B. Pakas sahen wir nur aus der Ferne. Gelohnt hat sich der Park aber auf jeden Fall, insbesondere schon wegen der süßen Kapuzineraffen. Den Eintritt fand ich mit 16 Dollar etwas teuer, aber das ist für Costa Rica normal.

Der Park ist täglich – außer Montags – von 7 bis 16 Uhr geöffnet. Geführte Touren durch den Park gibt es ab 51 Dollar. Diese können für dich interessant sein, wenn du möglichst viele Tiere sehen möchtest. Die Guides wissen ganz genau, wo sich bestimmte Tiere verstecken und die Chance ein Faultier zu sehen ist mit Guides wahrscheinlich größer, als wenn du den Park auf eigene Faust erkundest.

Warst du auch schon im Nationalpark Manuel Antonio? Welche anderen Nationalparks in Costa Rica kannst du empfehlen?
Viele Grüße, Jasmin

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